Freitag, 25. März 2011

Printemps - Frühling!

Ein Baum auf dem Gelände der Communauté - es blüht!!



Ich glaube, ich habe mich noch nie so über Gänseblümchen gefreut! Über Osterglocken, Löwenzahn und was alles noch so blüht! Das mag vielleicht ein wenig kitschig blumig klingen, aber ich muss wirklich sagen, dass ich vom Winter eindeutig genug habe. Umso mehr freue ich mich über die letzten Tage, in denen fast durchgängig die Sonne scheint und wir Temperaturen von bis zu 20 Grad haben! Ich arbeite zurzeit auch nur im T-Shirt, mit offenen Fenster und umso motivierter, wenn es morgens nicht mehr im Dunklen rausgeht. Zudem freue ich mich im Moment über ein schönes Wochenende nach dem anderen, wobei ich zuletzt oft mit Lisa am Canal St Martin bin und mich dort des Lebens hier mit Falafel, frittierten Auberginen und Baklawa zum Nachtisch erfreue.
Vor kurzem habe ich mich außerdem mal kulturell betätigt, was ja in Paris auch mal sein muss. Zugegebenermaßen bin ich vom Centre Georges Pompidou mitsamt seiner modernen Kunst nicht so begeistert gewesen, während mir das Museum der Künste und des Handwerks (musée des arts et métiers) wirklich gefallen hat. Gezeigt wird dort vor allem die Entwicklung der Technik anhand von alten, wunderbar verzierten (Spiel)Uhren, ersten Telefonen und Kameras, aber auch frühen Fluggeräten und Autos. Empfehlenswert!
Eine weitere kulturelle Erfahrung war ein kleiner Spaziergang rund um die Gare du Nord. Dort reiht sich ein indisches Geschäft oder Restaurant ans Nächste. Ob man Bollywood-Filme, indische Hochzeitstrachten oder Lebensmittel und Gewürze sucht, man findet dort alles. So war ich dann auch in einem Supermarkt, in dem ich eine Menge von Produkten, darunter Gemüsesorten, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, entdeckt habe.
So, jetzt freue ich mich noch ein bisschen darüber, dass die Tage im länger werden, bevor ich heute Frankreich-Luxemburg, ein Qualifikationsspiel für die Euro 2012 gucke - vor dem Fernseher. Nächsten Dienstag gibts dann Frankreich-Kroatien, ein Freundschaftsspiel - live im Stade de France!! Oh Mann, damit wird ein Traum wahr!! Bilder kommen natürlich...
Salut aus dem sonnigen Frankreich!

Freitag, 4. März 2011

Fotos von Januar bis jetzt

So, während hier so langsam der Frühling zu kommen scheint, lade ich mal ein paar Bilder hoch...



Eingang zu einem kleinen supernetten Viertel im 20ten Arrondissement


der Kanal St. Martin - meie neuste Entdeckung. Da freu ich mich umso mehr auf Sommer!


bei der Arbeit... da sieht man mal, wie wir oft parken müssen, um nicht ei Hupkonzert auszulösen

mit einer mini-Freiheitsstatue vor dem Musée des Arts et Métiers
auf dem Seminar mit den anderen Freiwilligen
im Café, in dem Amélie im Film arbeitet
Helden!



Bibliothek Francois Mitterand

Zentrum von Neuilly-Plaisance. Links die Hauptstraße mit Geschäften, rechts die Straße, in der die Communauté ist, in der Mitte die Bäckerei, wo ich mir Sonntags mal ne Baguette hole
Morgensonne
erste Frühlingssonne
mit dem Transporter vor dem Eiffelturm

Mittwoch, 16. Februar 2011

Ein paar Abs und mehr Aufs

Es ist Mitte Februar und und schon wieder ist viel Zeigt vergangen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie verrinnt und dieses Jahr viel zu schnell zu Ende sein wird. Doch noch bin ich ja hier und der Eindruck, die Zeit würde verfliegen, hat eigentlich einen guten Grund: ich bin sehr beschäftigt und tatsächlich nur selten die Zeit, zum Internet zu gehen und an meinem Blog zu schreiben. Doch ich versuche ich natürlich so oft wie möglich und gebe hier mal wieder einen Überblick über einiges, das sich in der letzten Zeit zugetragen hat. Dabei fange ich erstmal mit eher unerfreulichen Ereignissen an, bevor ich zu den positiven übergehe.

Letzte Woche ist eine neue Freiwillige aus der Schweiz angekommen, die das frei gewordene Zimmer neben Antony und mir übernahm. Wir hatten uns beide gefreut, dass noch eine Freiwillige im Haus sein würde, mit der man sich unterhalten und etwas unternehmen kann. Als sie schließlich ankam, haben wir uns auch gut mit ihr verstanden und sie gleich gut aufgenommen. Allerdings war sie von den Lebensbedingungen und einigen Zuständen hier in der Communauté etwas geschockt und sie hat sich nicht sehr wohl gefühlt. Da es Antony und mir zu Anfang ähnlich ging, versuchten wir ihr zu erklären, dass sich dieses Gefühl legen und sie sich eingewöhnen würde. Am Wochenende war ich mit meiner Freundin Lisa unterwegs und als am Montag zurück kam, fand ich nur den etwas niedergeschlagenen Antony vor. Er erzählte mir schnell, was passiert war: Claudia, die Freiwillige, war abgereist. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet! Wie sich herausstellte, hatte sie sich von einigen Compagnons und deren Freunden eingeschüchtert gefühlt und bekam zurecht Angst, als sie am Sonntag von einem Ausflug mit Antony zurück kam und sich ein paar davon in ihrem Zimmer befanden, welches sie wohlgemerkt vorher abgeschlossen hatte. Zusammen mit ihrer eher negativen Anfangsstimmung hat dieses Ereignis dann dafür gesorgt, dass sie wieder in die Schweiz zurück gekehrt ist. Der Vorfall hat nicht nur Antony und mich enttäuscht und traurig gemacht, sondern auch die Verantwortlichen der Communauté so wütend gemacht, dass einer der Compagnons sein Zimmer verlassen und von unserem Haus zurück in die Communauté ziehen musste. Auch einige der anderen haben Verwahrnungen bekommen und müssen rechnen beim nächsten Vorfall dem Rauswurf aus der Communauté rechnen.

Eine weitere negative Nachricht ist der Tod eines Compagnons letzte Woche. Robert, einer der Ältesten hier ist am Samstag nach langer Krankheit im Krankenhaus an Krebs gestorben. Auch wenn mich sein Tod nicht wirklich persönlich trifft, da ich ihn fast nicht kannte, empfinde ich Mitgefühl für die, die ihn schon lange kannten. Ich habe es aber sehr positiv aufgenommen, wie sich das Gefühl der Gemeinschaft gezeigt hat angesichts der Trauer. Außerdem wurde mit großer Sorgfalt und viel Mühe die Bestattung vorbereitet, die diesen Donnerstag stattfand. In solchen Momenten zeigt sich, dass eine Emmaüs Gemeinschaft eben tatsächlich auch eine Gemeinschaft ist.

Nun aber zu den wirklich schönen Dingen, die so in letzter Zeit passiert und die unter anderem der Grund dafür sind, dass ich so selten dazu komme, zu schreiben. Denn ich bin im Moment unter der Woche wie am Wochenende viel unterwegs. Vor ein paar Wochen habe ich über Freddy, der mein Animateur im Sommercamp in Südfrankreich war, ein paar Jungs kennen gelernt, die nicht weit von hier wohnen und genau wie ich Hip Hop Musik machen. Für mich war das ein großer Glücksgriff, da wir uns sowohl menschlich als auch musikalisch super verstehen. Jeden Mittwoch und Donnerstag fahre ich jetzt ins Studio nicht weit von hier und bleibe bis spät abends da und mache unglaublich viel Musik. Dass ich mein großes Hobby hier so weiterführen könnte und dabei noch so sympatische Leute, mit denen ich mich auch sonst mal treffen kann, kennenlernen würde, hätte ich nicht gedacht. Umso cooler ist das natürlich!

Die nächste sehr erfreuliche Nachricht ist, dass seit einem guten Monat meine Freundin Lisa nicht weit von hier, in einer Stadt westlich von Paris, als Au-Pair arbeitet. Wir können uns also endlich wieder öfter sehen und verbringen die Wochenenden zusammen. Neben einem Spaziergang in einem wunderschönen Viertel im 20e Arrondissement von Paris, das ich kurz vorher durch die Arbeit entdeckt hatte, waren wir schon im Kino und haben etwas für uns entdeckt: die Crêperien. Dort kann man zu akzeptablen Preisen lecker Essen und befindet sich außerdem meistens in einer gemütlichen Athmosphäre zwischen Parisern während man Galettes de Sarrasin ist. Das sind im Grunde herzhafte Crêpes, die zusammengeklappt und gefüllt werden. Sehr empfehlenswert und echt französisch!

Heute komme ich außerdem vom Zwischenseminar von ICYE zurück, wo ich nach einem halben Jahr zum ersten Mal wieder die anderen Freiwilligen gesehen habe. Ich war wirklich positiv überrascht, wie gut fast alle inzwischen französisch sprechen, und habe mich sehr gefreut, die anderen wieder zu sehen. Das Ganze fand nicht weit von hier statt und so waren wir dann noch gestern in Paris unterwegs. Nach einer kleinen Tour über den Montmartre haben wir etwas in dem Café getrunken, in dem Amélie im Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ arbeitet, und sind später noch in ein Viertel nahe der Bastille gezogen, wo es von Bars nur so wimmelt.

Wie sich zeigt ist also in letzter Zeit wieder einiges passiert. Ich bin darüber natürlich sehr froh, auch wenn ich so weniger oft dazu komme, zu schreiben. Ich werde Euch aber auch in Zukunft auf dem Laufenden halten und bin sicher, dass auch weiterhin viel passiert.

Salut!



Dienstag, 11. Januar 2011

Bonne Année et… wie die Zeit verfliegt!

Oh Mann, jetzt ist es schon über einen Monat her, dass ich hier das letzte Mal von mir hab hören lassen. Dafür muss ich mich natürlich entschuldigen! Weil inzwischen schon einiges passiert ist, wünsche ich Euch erstmal ein frohes neues Jahr und hoffe, Ihr hattet ein paar schöne Feiertage. Bevor ich aber von meinen Festtagen erzähle, ein kurzer Rückblick auf die letzten Wochen…

Grundsätzlich muss ich sagen, dass mir der Dezember unglaublich schnell vorkam, fast wie im TGV (der als schnellster Zug der Welt über 500 km/h fährt und damit so schnell wie manche Flugzeuge ist). Vielleicht weil die Tage im Winter so kurz werden, vielleicht weil man angesichts eines konkreten und recht entscheidenden Datums wie Weihnachten und vor allem Silvester plötzlich bemerkt, wie schnell die Zeit vorbei zieht. Dazu kommt natürlich, dass ich wie immer viel gearbeitet habe. Ich bin nach wie vor als einer der Fahrer mit dem Transporter auf den Straßen Paris und seiner Umgebung unterwegs und ich habe auch immer noch Spaß daran. Es gibt einfach so viel zu entdecken und zu sehen. An einem Tag ist man mitten in Paris auf der Ile Saint Louis mit Blick auf Notre Dame bei einem Kunden, am nächsten liefert man in der Banlieue Möbel aus, wo die Plattenbauten an Tschernobyl erinnern. So wie letzte Woche, als wir in einer der Cités ganz hier in der Nähe waren, die wirklich erschreckend heruntergekommen war. Die Cités wurden in den 60ern und 70ern hochgezogen, um die großen Wellen von Immigranten zu bewältigen. In der Regel sind das triste Plattenbauten, die wenig einladend sind und in denen heute überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund leben, von denen viele keine Arbeit haben. Nicht alle dieser Cités sind natürlich gleich schlimm und ich war auch schon oft erstaunt, wie nett eingerichtet die Wohnungen darin sein können. Aber teilweise ist es wirklich heftig, inklusiver kaputter Schreiben, zugeschmierten Aufzügen und Wänden und sogar zugemauerten Fenstern.

Ob die Altbauwohnungen in den Pariser Arrondissements oder die Hochhaustürme in den Vorstädten, man sieht allerhand und ich kenne mich inzwischen in vielen Gegenden recht gut aus, bzw. weiß ungefähr, welchen Weg ich nehmen muss, um in welche Gegend zu gelangen. Zudem rede ich dabei unglaublich viel Französisch, ob mit den Kunden oder meinen Kollegen. Zwar bekomme ich manchmal zu hören, ich hätte einen leichten Akzent, die meisten sind aber immer erstaunt wie gut ich rede. Im Grunde wie ein Franzose, der nur manche Worte nicht ganz richtig ausspricht. Es wurde auch mal vermutet, ich käme aus dem Alsass. So oder so: nach gerade mal vier Monten hier darf ich wohl noch einen leichten Akzent haben, mir bleibt ja noch ein bisschen Zeit. Was aber schon wirklich gut drin ist, sind viele Alltagsbegriffe, die man so natürlich nicht in der Schule lernt.

Abgesehen von der Arbeit ist im Dezember gar nicht soviel passiert. Ich war mit Antony im Centre Georges Pompidou, nachdem uns die Schlange vor dem Louvre mit mehreren hundert Metern doch etwas zu lang war. Der Grund dafür war, dass es der erste Sonntag des Monats war, an dem für den Großteil der Museen keinen Eintritt zahlen muss. Da es umsonst war, sind wir also ins Centre Georges Pompidou gegangen. Und es war tatsächlich umsonst: ich wusste ja, dass moderne „Kunst“ nicht mein Fall ist, dieser Besuch hat es dann nochmal bestätigt. Was allerdings wirklich interessant ist, ist das Gebäude, von dessen oberen Stockwerken man eine gute Sicht über die Stadt hat.

Den Louvre werde ich übrigens demnächst mal vornehmen, denn ich habe herausgefunden, dass ich als Europäer unter 26 Jahren dort immer freien Eintritt habe, wie auch in vielen anderen Museen. So habe ich dann noch zwei Mal den Arc de Triomphe umsonst bestiegen – der höher ist als man denkt und auch deutlich mehr Treppenstufen hat als man denkt – und von dort ebenfalls die Aussicht genossen. Einmal war ich dort mit Lisa, die mich besucht hat, nach dem wir ein bisschen über den Weihnachtsmarkt auf den Champs Elysées gezogen sind. War allerdings nicht so spektakulär und so hatten wir aufgrund der Menschenmassen nach kurzer Zeit keine Lust mehr. Insgesamt war die Adventszeit in Paris also auch nicht viel spannender als zuhause.

So bin ich dann am 24. Dezember in den Zug Richtung Wuppertal gestiegen, um zuhause mit Familie und Freunden ein paar Tage zu verbringen. Nachdem ich trotz Schneechaos mit relativ geringer Verspätung dort ankam, war ich erstmal geschockt. Wie gesagt, in Frankreich herrschte Chaos, weil ein bisschen Schnee lag, in Deutschland war dagegen alles komplett weiß! Naja, Ihr kennt das ja besser als ich, aber mich hat es schon überrascht. Die Weihnachtstage waren jedenfalls eigentlich nett, nur dass ich den 26. Und 27. Krank im Bett verbracht habe. Und dann kam Antony mich mit seiner Freundin Ruth in Wuppertal besuchen. Ich zeigte ihm die Schwebebahn und die Hardt, aber auch den Düsseldorfer Hafen und die Altstadt. Zusammen mit einem guten Silvesterabend hatten wir zusammen eine gute Zeit und den beiden hat es gefallen. Froh, mal wieder ein paar Freunde und meine Familie gesehen zu haben, ging es dann am 3. Januar wieder zurück nach Neuilly-Plaisance. Und irgendwie freute ich mich auch, wieder da zu sein. Zwar ist die Vorstellung noch eigenartig, jetzt als Urlauber nach Hause gefahren zu sein, aber dafür find ich es schön, dass ich mich hier auch zuhause fühle. Klar, ich könnte nicht mein Leben lang in einer Emmaüs Communauté leben, aber für dieses Jahr ist es definitiv ok. Und vor allem ist hier Paris. Ich hatte schon fast Sehnsucht nach der Stadt!

Gestern bin ich deshalb endlich mal wieder hin gefahren und habe das gute Wetter genossen. Auf den alttäglichen Fahrten nach Paris hatte ich schon oft die Bibliothek François Mitterand gesehen und wollte diesen imposanten Bau aus vier im Rechteck zueinander stehenden Hochhäusern mal von Nahem betrachten. So bin ich als mit der Metro bis dorthin gefahren und war wirklich beeindruckt. Diese auf der einen Seite so kalte und doch irgendwie majestätische und moderne Architektur ist schon interessant. Über ein paar Treppen ging es dann bis an die Seine, an der ich mehrere hundert Meter entlang spaziert bin, vorbei an Hausbooten und einem schwimmenden Schwimmbad, das ich unbedingt mal besuchen muss. Auf der ganzen Strecke sind vor allem viele neue Bauten, Büro- aber auch Wohngebäude, die ein anderes Bild von Paris zeigen, als das was man so kennt. Von der Seine weg bin ich dann ein bisschen vorbei an diesen modernen Gebäuden gezogen, bis ich an der auf Höhe der Gare d’Austerlitz wieder an der Seine war und schließlich im Park des nationalen Naturkundemuseums ankam. Eine Crêpe mit Käse und Ei später saß ich schließlich wieder in der Metro, auf dem Weg nach Hause, mit einem schönen Tag endlich mal wieder in Paris hinter mir.

Jetzt sitzt ich also in meinem Zimmer, habe eben das Bad geputzt und habe es endlich geschafft, einen neuen Blogeintrag zu verfassen. Ich hoffe, es ist nicht zuviel Lesestoff auf einmal. Bilder werde ich jedenfalls nachreichen.

Bis dahin, salut,

Vincent

Samstag, 27. November 2010

Kleine Zwischenmeldung: "die Welt ist klein"

Dass Frankreich nicht so weit von Deutschland ist, war mir natürlich bewusst. Immerhin gibts Mitfahrgelegenheiten für 35 € und die Bahn braucht ca. 3/1/2 Stunden von Köln bis Paris. Aber trotzdem hätte ich nicht gedacht, wie gering die Distanz manchmal sein kann: gestern habe ich beim Entladen des LKWs an der Fontaine den Karton eines Umzugunternehmens aus dem Bergischen gesehen. Dessen Geschichte hätte ich doch zu gern gekannt... Noch überraschter war ich allerdins, als ich heute auf der Straße in irgendeinem Vorort jemanden mit einer akzenta Tüte gesehen habe. Für alle Nicht-Wuppertaler: akzenta ist ein Supermarkt, den es nur in Wuppertal gibt. Meine Schlussfolgerung daraus: die Welt ist klein und Paris ist groß, also kann das durchaus sein...
Schönen Abend!

Freitag, 26. November 2010

Winter!

Ca y est: der Winter steht vor der Tür und schneit doch gleich mal herein. Seit gestern ist es hier deutlich kälter und heute ist zum ersten Mal deutlich Schnee gefallen, auch wenn dieser noch nicht liegen bleibt. Nun heißt das zum einen, dass ich bereits eine von vier Jahreszeiten in Frankreich verbracht habe, und zum anderen, dass die nächste und damit Weihnachten ansteht. Aber ich freue mich über den Schnee. Lieber ist es knackig kalt und es schneit, als dass das matschig verregnete Wetter einem die Laune verdirbt. Nun, Antony kann sich noch nicht so recht mit dem Wetter anfreunden. Für ihn ist es der erste Winter seines Lebens und bisher findet er es nicht so toll wie er es sich durch Filme immer vorgestellt hat. Naja, wenn er erst die richten Klamotten, eine ordentliche Schneeballschlacht und einen Ausflug ins (hoffentlich) verschneite und weihnachtliche dekorierte Paris hinter sich hat, gefällt’s ihm sicher besser. Für mich ist der Schnee natürlich nichts neues, auch wenn in Deutschland nicht ganz das Klima herrscht, wie es hier anscheinend manche denken. Deren Vorstellungen erinnern mich eher an Russland. Wär mal interessant zu wissen, was man dort von meinen Vorstellungen über deren Wetter hält…

Meinem Rücken geht es übrigens besser und ich arbeite mich Schritt für Schritt wieder an meine Normalform heran, das heißt, ich bin die Woche wieder mit dem LKW auf den Straßen rund um und in Paris unterwegs. Dabei hören wir immer Radio und so ist mir eine Sache aufgefallen, die ich so aus Deutschland nicht kenne, was vielleicht nur daran liegt, dass ich da nie Radio höre: es laufen regelmäßig während der Werbung Ansagen der Regierung. So laufen im Moment einige Spots zur Rentenreform und zur Mülltrennung und Ökologie. Wie ich finde eine deutlich offensivere Art der Darstellung und Promotion der eigenen Politik als es in Deutschland üblich ist.

So, da es nun wirklich Winter ist und ich mich also auch auf die weihnachtszeitlichen Erscheinungen einlassen kann, werde ich am Wochenende wohl mal nach Paris und mir die diese Woche eröffnete Weihnachtsbeläuchtung anschauen. Besonders die Champs-Elysées sind komplett beleuchtet, was sicher abends schön aussieht. Außerdem werd ich mal nen Weihnachtsmarkt suchen, um zu gucken, wie die im Vergleich mit denen aus Deutschland aussehen. Wobei ich sagen muss, dass ich absolut kein Fan von Weihnachtsmärkten bin.

Ein gutes Wochenende und einen schönen ersten Advent also!!

Donnerstag, 18. November 2010

Allez allez allez!

Gestern war ein erfreulicher Abend (zumindest für mich als Fan der "Bleus")! Im prestigeträchtigen Testspiel im berühmten Londoner Wembleystadion hat Frankreich gestern die Gastgeber mit 2:1 geschlagen und diese zudem über die meiste Zeit dominiert. Damit hat das leider unvergessliche Jahr 2010 für Frankreichs Fußball und für mein Fanherz doch noch ein gutes Ende genommen. 2011 geht dann hoffentlich so weiter, beginnend mit einem Freundschaftsspiel gegen Brasilien hier in der Nähe im Stade de France. Das werde ich mir nicht entgehen lassen und mir einen langen Traum erfüllen: ein Spiel von Frankreich im Stadion zu sehen! Für alle die es interessiert gibts unten die Highlights des Spiels.

Für mich persönlich war der Tag gestern nicht so gut, da ich mir bei der Arbeit den Rücken gezerrt habe, was besonders gestern sehr schmerzend war. Inzwischen geht es aber besser, ich war heute beim Arzt und darf jetzt eine Woche nichts schweres tragen. Werde also die nächste Woche meinen eigentlichen Job nicht ausüben können, sondern wieder die Navette, den Zubringer, machen. Noch ärgerlicher ist, dass ich jetzt zwei Wochen lang keinen Sport machen kann. Und das, wo ich mich erst vor zwei Wochen in einem Fitnessstudio angemeldet habe - verdammt! Denn eigentlich hat es mir dort gefallen und ich gehe eigentlich regelmäßig hin. So habe ich etwas Abwechslung zum Communityleben und halte mich fit. Jetzt werde ich die spätherbstlichen Abende halt erstmal wieder zuhause verbringen. A propos spätherbstlich: hier geht es immer stärker auf Weihnachten zu. Zwar habe ich noch keinen Weihnachtsmarkt gesehen, während ich aus Deutschland schon von deren Eröffnung gehört habe, aber die Deko hängt in den Straßen und die Schokoweihnachtsmänner versammeln sich zu ihrer alljährlichen Parade in den Regalen der Supermärkte. Und so merke ich, wie schnell die Zeit vergeht... Ich freue mich aber darauf, Paris in richtiger Weihnachtsatmosphäre zu sehen und hoffe sehr auf Schnee! Für Antony ist es übrigens der erste Herbst und es wird auch der erste Winter. In Uganda ist nämlich das ganze Jahr über ungefähr das gleiche Wetter. Schon jetzt ist es also für ihn ungewöhnlich, vor allem ungewöhnlich kalt.

Ich freue mich übrigens auch auf Montag, da kommt das neue Album von Booba, einem meiner französischen Lieblingsrapper, auf den Markt!

A bientôt!